Die Bewohner

Jeder kennt jeden

40 mögliche Verdächtige und eine Zeugin. Alle mit eigener Stimme, eigener Vergangenheit und Gewohnheiten, die man nach einem Abend nicht mehr vergisst. Wer in welcher Partie im Haus ist, entscheidet der Fall.

Die Abendgesellschaft

Die Familie und ihre Vertrauten, das Personal, Gäste aus Hamburg, Florenz, Biel und Bad Ischl und Leute aus dem Dorf. In jedem Fall ist nur ein Teil von ihnen im Haus. Wer das Opfer ist, wer lügt und wer etwas zu verbergen hat, wechselt von Partie zu Partie.

Familie und Vertraute

Konstanze von Rabenhof: Silbergraues Haar, hochgesteckt, schwarzes Trauerkleid aus Seide, ein Stock mit Rabenkopf aus Silber.

Konstanze von Rabenhof

Hausherrin, 67 Jahre

Stolz, scharfsinnig und gewohnt, dass man ihr gehorcht. Sie vergisst nichts.

Silbergraues Haar, hochgesteckt, schwarzes Trauerkleid aus Seide, ein Stock mit Rabenkopf aus Silber.

„Fragen Sie. Aber fassen Sie sich kurz, ich habe heute Nacht genug ertragen.“

Isabell von Rabenhof: Kurzer Bubikopf, grünes Samtkleid, lange Perlenkette, Farbreste an den Fingern.

Isabell von Rabenhof

Nichte der Hausherrin, 26 Jahre

Lebenslustig, ungeduldig und klüger, als sie zeigt. Sie hasst es, um Geld bitten zu müssen.

Kurzer Bubikopf, grünes Samtkleid, lange Perlenkette, Farbreste an den Fingern.

„Endlich fragt mich einer. Also, was wollen Sie wissen?“

Viktor Kessler: Massig, maßgeschneiderter Frack, goldene Uhrkette, pomadisiertes Haar.

Viktor Kessler

Geschäftspartner, 49 Jahre

Charmant, laut und gierig. Er hält jedes Gespräch für eine Verhandlung.

Massig, maßgeschneiderter Frack, goldene Uhrkette, pomadisiertes Haar.

„Aber gern. Für die Polizei habe ich immer Zeit, auch wenn sie noch nicht da ist.“

Dr. Albrecht Wendt: Schmal, Zwicker auf der Nase, grauer Tweedanzug, eine abgegriffene Aktentasche, die er nie aus der Hand legt.

Dr. Albrecht Wendt

Familienanwalt, 61 Jahre

Vorsichtig, präzise, jedes Wort gewogen. Unter der Ruhe liegt Nervosität.

Schmal, Zwicker auf der Nase, grauer Tweedanzug, eine abgegriffene Aktentasche, die er nie aus der Hand legt.

„Ich beantworte Ihre Fragen, soweit es meine Schweigepflicht erlaubt.“

Dr. Julius Brandt: Grauer Bart, runde Brille, dunkler Anzug, die schwarze Arzttasche immer in Reichweite.

Dr. Julius Brandt

Hausarzt, 55 Jahre

Ruhig und sachlich, doch seine Hände zittern manchmal.

Grauer Bart, runde Brille, dunkler Anzug, die schwarze Arzttasche immer in Reichweite.

„Fragen Sie. Ich antworte sachlich.“

Clara Wenzel: Dunkelblaues Kostüm, runde Brille, Bleistift im Haarknoten, ein Notizblock in flinken Händen.

Clara Wenzel

Sekretärin der Hausherrin, 29 Jahre

Tüchtig, verschwiegen und heimlich romantisch. Kennt jeden Termin und jedes Gerücht.

Tippt beim Reden unsichtbar auf eine Schreibmaschine.

„Clara Wenzel, Sekretärin der gnädigen Frau. Ich habe Ihren Termin schon eingetragen.“

Minna Kowalski: Schlank, hochgeschlossenes dunkelgrünes Kleid, ein Buch in der Hand, aufmerksamer Blick.

Minna Kowalski

Gesellschafterin der Hausherrin, 31 Jahre

Belesen, ironisch und geduldiger, als gut für sie ist. Liest der Hausherrin abends vor.

Antwortet gern mit einem Zitat, das nur halb passt.

„Minna Kowalski, Gesellschafterin. Wie heißt es so schön: Fragen kostet nichts.“

Edith Rahn: Graue Strickjacke, weiße Baumwollhandschuhe, eine Lesebrille auf der Nasenspitze.

Edith Rahn

Archivarin der Familie, 57 Jahre

Penibel, schüchtern und voller verblüffender Familiengeschichten.

Datiert alles, was man ihr sagt, auf den Tag genau.

„Rahn, Edith. Archiv. Heute ist der dreizehnte Oktober. Bitte, fragen Sie.“

Personal des Hauses

Edmund Gräve: Hager, kerzengerade, makellose schwarze Livree, weiße Handschuhe, ein Gesicht ohne Regung.

Edmund Gräve

Butler, 58 Jahre

Diskret bis zur Selbstverleugnung, pedantisch und loyal, vor allem dem Haus gegenüber.

Hager, kerzengerade, makellose schwarze Livree, weiße Handschuhe, ein Gesicht ohne Regung.

„Selbstverständlich stehe ich Ihnen zur Verfügung. Bitte sehr.“

Margarethe Lindqvist: Strenge Hochsteckfrisur, graues Wollkleid, ein schwerer Schlüsselbund am Gürtel.

Margarethe Lindqvist

Hausverwalterin, 52 Jahre

Ordentlich, misstrauisch und bestens informiert. Kein Schlüssel im Haus bewegt sich ohne ihr Wissen.

Strenge Hochsteckfrisur, graues Wollkleid, ein schwerer Schlüsselbund am Gürtel.

„Fragen Sie. Ich habe nichts zu verbergen.“

Anton Moosbach: Breite Schultern, wettergegerbtes Gesicht, Lodenjacke, Hände mit Erde unter den Nägeln.

Anton Moosbach

Gärtner, 44 Jahre

Wortkarg und bärenstark. Er spricht lieber mit Pflanzen als mit Menschen.

Breite Schultern, wettergegerbtes Gesicht, Lodenjacke, Hände mit Erde unter den Nägeln.

„Fragen Sie halt.“

Gustav Pfeiffer: Rund, rote Wangen, gestärkte Schürze, die Ärmel hochgekrempelt, eine Brandnarbe am Unterarm.

Gustav Pfeiffer

Koch, 47 Jahre

Temperamentvoll, herzlich und schnell beleidigt. In seiner Küche duldet er niemanden.

Rund, rote Wangen, gestärkte Schürze, die Ärmel hochgekrempelt, eine Brandnarbe am Unterarm.

„Fragen Sie, aber schnell. In meiner Küche brennt sonst was an.“

Lorenz Hahn: Schlank, Schiebermütze, Ledermantel, Ölflecken an den Handschuhen, ein gewinnendes Lächeln.

Lorenz Hahn

Chauffeur, 33 Jahre

Lässig, schlagfertig und immer knapp bei Kasse. Er wettet auf alles, was sich bewegt.

Schlank, Schiebermütze, Ledermantel, Ölflecken an den Handschuhen, ein gewinnendes Lächeln.

„Fragen Sie nur. Ich habe heute ohnehin nichts mehr zu fahren.“

Agnes Tiedemann: Weiße gestärkte Schürze über grauem Kleid, ein Kopftuch und ein Weidenkorb, der nie leer ist.

Agnes Tiedemann

Wäscherin des Hauses, 45 Jahre

Fleißig, abergläubisch und herrlich direkt. Erkennt jeden Menschen an seinen Flecken.

Riecht an Taschentüchern und sagt dann, wer sie benutzt hat.

„Agnes Tiedemann, Wäsche. Moin. Sie haben da einen Fleck, nur so nebenbei.“

Oskar Brehm: Strickpullover, Wollmütze, Hände wie Schaufeln, ein fehlender Schneidezahn.

Oskar Brehm

Bootsmann des Rabenhofs, 49 Jahre

Wortkarg, verlässlich und abergläubisch. Spricht mit Booten freundlicher als mit Menschen.

Knotet beim Reden ein Stück Tau und löst es wieder.

„Brehm. Boote. Fragen Sie.“

Hans Becker: Blauer Arbeitskittel, eine Taschenlampe im Gürtel, Kabelrollen über der Schulter.

Hans Becker

Elektriker aus der Stadt, 40 Jahre

Praktisch, gutgelaunt und fasziniert von allem, was summt oder knistert.

Prüft jeden Lichtschalter, an dem er vorbeigeht, zweimal.

„Becker, Elektrik. Guten Abend! Ihr Lichtschalter da wackelt übrigens.“

Konrad Vogt: Grauer Lodenmantel, Filzhut mit Gamsbart, ein Gewehrriemen über der Schulter, kurzer dunkler Bart.

Konrad Vogt

Förster und Jäger des Rabenhofs, 44 Jahre

Bedächtig, ehrlich und unbestechlich. Mag Tiere lieber als Gäste.

Liest Spuren auf jedem Teppich und murmelt dabei, wer vorbeigekommen ist.

„Vogt. Förster. Fragen Sie, ich hab Zeit, der Hund auch.“

Max Seidel: Viel zu große rote Uniform mit glänzenden Messingknöpfen, Sommersprossen, rote Haare, die nie liegen.

Max Seidel

Laufbursche, 17 Jahre

Vorlaut, neugierig und blitzschnell. Ist immer da, wo er nicht sein soll.

Kennt jeden Schleichweg im Haus und benutzt keinen anderen Weg.

„Max, Laufbursche. Ich war es nicht! Ach so, Sie haben noch gar nicht gefragt.“

Irmgard Schulte: Streng gescheiteltes dunkles Haar, schlichtes schwarzes Kleid, ein Nadelkissen am Handgelenk.

Irmgard Schulte

Schneiderin des Hauses, 50 Jahre

Gründlich, wortkarg und mit einem bösen Mundwerk, wenn es um Mode geht.

Zupft anderen Leuten ungefragt Fusseln vom Ärmel.

„Schulte. Schneiderin. Sie haben da einen Fussel. So. Fragen Sie.“

Lotte Brenner: Zierlich, rote Zöpfe unter der Haube, eine viel zu große Schürze.
Zeugin

Lotte Brenner

Hausmädchen, 16 Jahre

Schüchtern und ehrlich. Das Gewitter macht ihr Angst, lügen kann sie nicht.

Zierlich, rote Zöpfe unter der Haube, eine viel zu große Schürze.

„Ich sage Ihnen alles, was ich weiß. Ehrlich.“

Gäste der Abendgesellschaft

Celestine Moreau: Schwarzes Haar, blasses Gesicht, silbernes Abendkleid aus Seide, lange Handschuhe.

Celestine Moreau

Pianistin, 31 Jahre

Zurückhaltend und beobachtend. Sie lächelt selten und hört alles.

Schwarzes Haar, blasses Gesicht, silbernes Abendkleid aus Seide, lange Handschuhe.

„Bitte. Ich habe den ganzen Abend zugehört, fragen Sie.“

Elias Nachtigall: Groß, schwarzer Samtanzug, ein Siegelring mit Rabenwappen, eine Narbe über der Augenbraue.

Elias Nachtigall

Ehrengast, 40 Jahre

Höflich, rätselhaft und beunruhigend gelassen. Er stellt mehr Fragen, als er beantwortet.

Groß, schwarzer Samtanzug, ein Siegelring mit Rabenwappen, eine Narbe über der Augenbraue.

„Sie möchten mich befragen. Wie interessant. Bitte.“

Franz Hofer: Breites Gesicht, gezwirbelter Schnurrbart, weinroter Lodenjanker mit Hirschhornknöpfen, meist ein Weinglas in der Hand.
spricht Österreichisch

Franz Hofer

Weinhändler aus dem Salzkammergut, 54 Jahre

Charmant, gesellig und schnell grantig, wenn ihm etwas nicht passt. Hält jeden Wein nördlich von Wien für Essig.

Prüft jedes Glas gegen das Licht und seufzt dabei, als hätte man ihn beleidigt.

„Grüß Gott. Setzen Sie sich, ich schenk Ihnen ein Achterl ein.“

Emil Bieri: Hager, glatt rasiert, runde Nickelbrille, Taschenuhr an einer Kette, tadellos gebügelter dunkelgrauer Nadelstreifenanzug.
spricht mit Schweizer Klang

Emil Bieri

Uhrmacher aus Biel, 61 Jahre

Trocken, genau und wortkarg. Sein Humor ist so trocken, dass man ihn erst am nächsten Morgen bemerkt.

Vergleicht jede Uhr im Haus mit seiner Taschenuhr und schüttelt kaum merklich den Kopf.

„Grüezi. Sie haben drei Minuten. Ich habe sie gestoppt.“

Alois Hinterdobler: Wirrer roter Bart, Ölflecken auf der Weste, in jeder Tasche ein Schraubenzieher.
spricht Bairisch

Alois Hinterdobler

Erfinder aus dem Chiemgau, 47 Jahre

Verschroben, gutmütig und klüger, als er aussieht. Erklärt gern Dinge, die keiner verstanden hat, noch einmal ausführlicher.

Nimmt im Gespräch unbemerkt Dinge auseinander und baut sie besser wieder zusammen, meistens.

„Servus! Jetzt schauen Sie sich das an, ein Kompass, der sich von selber dreht.“

Henriette Voss: Schwarzer Bubikopf, dunkelblauer Hosenanzug mit weißer Bluse, eine hölzerne Plattenkamera, die sie nie aus der Hand legt.

Henriette Voss

Pressefotografin aus Berlin, 38 Jahre

Neugierig, schlagfertig und unerschrocken. Fragt Dinge, die man nicht fragt.

Kneift ein Auge zu, wenn sie jemanden betrachtet, als würde sie gleich abdrücken.

„Na endlich. Ich hab schon drei Platten verschossen, bevor die Polizei die Treppe gefunden hat.“

Jens Petersen: Wettergegerbtes Gesicht, weißer Vollbart, Seemannsjacke mit Messingknöpfen.

Jens Petersen

Kapitän der Reederei im Ruhestand, 63 Jahre

Ruhig, derb und herzlich. Erzählt Seemannsgarn und schwört bei jedem Wort, dass es wahr ist.

Klopft auf Holz, wenn jemand vom Wetter spricht.

„Moin. Setzen Sie sich, das hier dauert.“

Rosalie Fink: Blonde Wasserwelle, cremefarbenes Abendkleid, eine Federboa, die überall Federn verliert.

Rosalie Fink

Sopranistin des Konzertabends, 24 Jahre

Lebenslustig, eitel und herzlich. Lacht laut und weint schnell.

Summt Tonleitern, wenn sie nervös ist, und wird dabei immer höher.

„Oh, die Polizei! Wie aufregend. Ich meine, wie schrecklich.“

Kurt von Altenau: Silbernes Monokel, brauner Jagdrock aus Fischgrat mit Lederflicken, eine Narbe vom Fechtboden am Kinn.

Kurt von Altenau

Gutsbesitzer aus der Nachbarschaft, 50 Jahre

Herablassend, empfindlich und ein hervorragender Jäger. Kann über nichts so lange reden wie über sich.

Putzt sein Monokel immer dann, wenn er keine Antwort weiß.

„Kurt von Altenau. Sie dürfen Herr Baron sagen.“

Theodor Brandes: Weißes zerzaustes Haar, Fernglas um den Hals, Tweedjacke mit Flicken an den Ellbogen.

Theodor Brandes

Vogelkundler im Ruhestand, 70 Jahre

Zerstreut, liebenswürdig und messerscharf, sobald es um Vögel geht.

Ahmt Vogelstimmen nach, um einen Punkt zu unterstreichen.

„Brandes, Theodor. Ornithologe, im Ruhestand, aber nicht im Kopf. Bitte.“

Ferdinand Lux: Lange dunkle Haare, weinrote Samtschleife statt Krawatte, Farbflecken auf den Manschetten, immer ein Pinsel in der Hand.

Ferdinand Lux

Porträtmaler, 27 Jahre

Charmant, verträumt und ständig verliebt. Malt jeden, der stillhält, und viele, die es nicht tun.

Hält den Daumen hoch und misst Gesichter, während man mit ihm redet.

„Ferdinand Lux, Maler. Bleiben Sie so, genau so, das Licht ist herrlich.“

Greta Holm: Beiger Trenchcoat, Notizbuch in der Hand, kurzes aschblondes Haar, kluge graue Augen.

Greta Holm

Reporterin der Seezeitung, 36 Jahre

Hartnäckig, ironisch und warmherzig, wenn man sie nicht anlügt.

Schreibt mit, auch wenn man ihr sagt, dass sie nicht mitschreiben soll.

„Greta Holm, Seezeitung. Ich frage sonst selbst. Bitte.“

Lieselotte Aumann: Schwarzer Bubikopf mit Perlenstirnband, silbernes Fransenkleid, lange Perlenkette, immer in Bewegung.

Lieselotte Aumann

Tänzerin und Freundin Isabells, 22 Jahre

Übermütig, frech und loyal. Langweilt sich schneller, als man Charleston sagen kann.

Wippt mit dem Fuß zu einer Musik, die nur sie hört.

„Lilo! Also, eigentlich Lieselotte. Fragen Sie, aber schnell, mir wird langweilig.“

Wilhelm Strack: Feister, glatt rasiert, goldene Uhrkette über dem Bauch, makelloser Frack.

Wilhelm Strack

Bankier vom Bankhaus Petersen in Hamburg, 55 Jahre

Jovial, berechnend und sehr höflich, solange die Zahlen stimmen.

Rechnet laut mit, wenn jemand Zahlen nennt, auch beim Kartenspiel.

„Strack, Bankhaus Petersen. Ich habe exakt zehn Minuten. Bitte.“

Lucia Ferraro: Schwarze Locken, grob gestrickter Pullover, Marmorstaub unter den Fingernägeln.

Lucia Ferraro

Bildhauerin aus Florenz, 33 Jahre

Leidenschaftlich, direkt und sehr komisch, wenn sie Deutsch und Italienisch mischt.

Fasst Gegenstände an, um zu fühlen, ob sie gut gemacht sind, auch Gesichter.

„Lucia Ferraro, Bildhauerin. Madonna, was für eine Nacht! Fragen Sie.“

Fritz Hagen: Lederjacke über dem Frack, Rennbrille im Haar, Ölgeruch und ein breites Grinsen.

Fritz Hagen

Automobilrennfahrer, 38 Jahre

Draufgängerisch, prahlerisch und überraschend sanft zu Tieren und Kindern.

Misst jede Strecke im Haus in Sekunden.

„Fritz Hagen, schnellster Mann im Haus! Fragen Sie, aber zack zack.“

Margot Ehrlich: Ein kühner violetter Hut mit Fasanenfeder, graue Handschuhe, ein Maßband um den Hals, pflaumenfarbenes Kleid.

Margot Ehrlich

Hutmacherin aus Bremen, 42 Jahre

Scharfzüngig, modebewusst und unerwartet sentimental.

Schätzt bei jedem den Kopfumfang und sagt ihn ungefragt.

„Margot Ehrlich, Hüte aus Bremen. Sechsundfünfzig Zentimeter Kopfumfang, schätze ich. Bitte.“

Aus dem Dorf

Matthias Lohmann: Rundes freundliches Gesicht, schwarzer Gehrock, ein Gesangbuch unter dem Arm.

Matthias Lohmann

Dorfpfarrer, 58 Jahre

Gütig, neugierig und ein heimlicher Feinschmecker. Kann keinem Kuchen widerstehen.

Zitiert bei jeder Gelegenheit ein Sprichwort und verwechselt die Hälfte davon.

„Gott zum Gruße. Was für eine Nacht. Fragen Sie nur.“

Paul Krüger: Schmal, schwarze Ärmelschoner, graue Weste, Schirmmütze der Reichspost mit Posthorn, Tinte an den Fingern.

Paul Krüger

Telegrafist vom Postamt, 34 Jahre

Gewissenhaft, schüchtern und ein großer Leser von Kriminalromanen.

Klopft mit dem Finger Morsezeichen auf den Tisch, wenn er nachdenkt.

„Krüger, Postamt. Fragen Sie. Kurz bitte.“

Ida Sander: Schlichtes dunkelbraunes Kostüm, eine Brille an einer Perlenkette, ordentlich geknotetes Haar, ein Arzneifläschchen in der Hand.

Ida Sander

Apothekerin aus dem Dorf, 41 Jahre

Klug, nüchtern und freundlich. Weiß über jedes Mittelchen Bescheid und über jeden Patienten im Dorf.

Riecht an allem, was man ihr anbietet, bevor sie es probiert.

„Ida Sander, Apotheke im Dorf. Fragen Sie, aber nicht nach Rezepten.“

Elfriede Möller: Kräftig, rotwangig, blaues Kleid mit weißer Schürze, eine große braune Ledertasche.

Elfriede Möller

Hebamme aus dem Dorf, 60 Jahre

Resolut, herzlich und unerschrocken. Hat die halbe Gegend auf die Welt geholt und erinnert jeden daran.

Weiß von jedem, wie schwer er bei der Geburt war, und sagt es laut.

„Elfriede Möller! Ich hab die halbe Gegend auf die Welt geholt. Fragen Sie nur.“

Persönliche Dinge

Jeder hat etwas dabei

Jede Figur bringt einen persönlichen Gegenstand mit ins Haus. Findest du ihn an einem Ort, an dem er nicht sein sollte, erkennt der Besitzer ihn wieder. Ob das etwas bedeutet, ist eine andere Frage.

Taschenkompass

„Mein Kompass. Der hat mich um Kap Hoorn gebracht. Her damit.“Jens Petersen

Gesangbuch mit Lesezeichen

„Mein Gesangbuch. Und ja, das Lesezeichen ist ein Kuchenrezept.“Matthias Lohmann

Maßband mit Messingkappe

„Mein Maßband. Ihr Kopfumfang ist übrigens sechsundfünfzig.“Margot Ehrlich

Rennbrille

„Meine Rennbrille! Die hat schon dreihundert Stundenkilometer gesehen. Fast.“Fritz Hagen

Uhrmacherlupe

„Meine Lupe. Merci. Ohne sie sehe ich nur die Hälfte.“Emil Bieri

Steinschleuder

„Die gehört mir. Ich hab damit nur auf Dosen geschossen. Meistens.“Max Seidel

Die Zeugin

Eine, die nicht lügen kann

Lotte Brenner ist 16 Jahre alt und arbeitet als Hausmädchen in der Villa. Schüchtern und ehrlich. Das Gewitter macht ihr Angst, lügen kann sie nicht. Sie kann nicht angeklagt werden und sagt immer die Wahrheit. Sie weiß aber nur, was sie bei ihrer Arbeit gesehen hat.

„Ja, bitte. Ich habe nur ein bisschen Angst wegen des Gewitters.“Lotte Brenner

Porträt von Lotte Brenner, Hausmädchen mit roten Zöpfen unter der Haube

Wer von ihnen war es?

Das findest du nur im Spiel heraus. Und beim nächsten Mal ist es wieder jemand anders.